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Transylvanien ist bei Weitem die romantischste der rumänischen Provinzen. Schon der Namen lässt Bilder hoher Berge entstehen, die sich über waldbedeckten Tälern und kristallklaren Gewässern mit dem Himmel vereinen, er enthält Bilder kleiner Holzkirchen mit hohen Dächern, Bilder von sagenhaften Schlössern und er weckt die Erinnerung an eine bewegte Vergangenheit. Doch hier kann man viel mehr Interessantes finden: Wintersportorte und Kurorte, Wanderwege durch die Berge und Naturschutzgebiete, faszinierende mittelalterliche Städte, Kunstmuseen und gute Hotels. In Transylvanien findet man auf Schritt und Tritt eine Möglichkeit richtig Ferien zu machen. Zu dieser Provinz gehört auch der Kreis Bistrita-Năsăud, wo etwa 325.000 Einwohner leben und der sich auf einer Fläche von 5355 km2 erstreckt. Der Kreis Bistrita-Năsăud liegt im Herzen Transylvaniens, im zentral-nördlichen Teil Rumäniens und seine Nachbarkreise sind: Maramures im Norden, Suceava im Osten, Mures im Süden und Cluj im Westen. Am leichtesten erreicht man den Kreis Bistrita-Năsăud über die internationalen Flughäfen Cluj-Napoca (120 km) und Târgu-Mureş und über die Landstraßen DN17 (Cluj-Napoca – Dej – Beclean – Bistritz – Vatra-Dornei – Suceava (Bucovina zu Deutsch Buchenwald)) und bildet somit eine richtige West-Ostachse, die DN15 Bistritz – Sărăţel – Teaca – Reghin - Târgu-Mureş – Bukarest und die DN17C Bistritz – Năsăud – Salva – Dealul Ştefăniţei – das Iza Tal (Maramures) ist die kürzeste Verbindung zwischen dem Norden und dem Süden des Landes. Die Bodengestalt ist vorwiegend bergig. Auf den niedrigeren und höheren Berge entwickelt sich eine vielfältige Pflanzenwelt. In den Senken entlang der Bäche und auf den Terassen, die es im Südwesten des Kreises gibt, wird Getreide angebaut aber auch Industriepflanzen, meistens jedoch Gemüse. In den Bergen gibt es eine vielfältige Tierwelt: der Karpatenbär, der Wolf, der Karpatenhirsch, der Auerhahn, der weiße und der schwarze Storch, der schwarze Adler (Arten, die unter Naturschutz stehen) sind hier zu Hause. Der Boden des Kreises beherbergt viele Bodenschätze: Buntmetalle (Kupfer, Blei, Zink, Gold, Silber), Nichtmetalle und Gesteinarten, die in der Industrie benötigt werden (Andesit, Tuff), Lehm, Salz und Erdgas. Die Möglichkeiten im Kreis Bistrita-Năsăud touristische Tätigkeiten zu entfalten sind besonders mannigfaltig. Die Berge werden besonders von Wanderfreunden besucht, aber auch von solchen, die sich erholen oder Sport treiben wollen. Im Karstgebiet der Rodnei-Gebirge befinden sich Höhlen von besonderem speläologischem Wert: die Peştera Zânelor (Höhle der Feen), die Izvorul Tăuşoarelor (Quelle der Tăuşoare) ist die tiefste Höhle in Rumänien, Jgheabul lui Zailan, um nur die wichtigsten zu nennen. Von Interesse für die Touristen ist auch der Kurort Sângeorz-Băi, wo es Mineralwasser sowohl Tafelwasser als auch solches mit heilender Wirkung gibt. Gern fahren die Touristen nach Piatra Fântânele wegen seines Hotelkomplexes „Schloss des Dracula“. Nicht zu vergessen Colibiţa ein Kurort von großer Bedeutung mit seinem Stausee und Staudamm auf dem Bach Bistrita, Valea Vinului, der dendrologische Park in Arcalia, in dem ein altes Schloss zu sehen ist und wo einheimische aber auch exotische Pflanzen wachsen, Iezerele Bumbaiescului, die Gebirgsseen Tăul Petros und Lala Mare. Es gibt auch viele historische Denkmäler und Beispiele alter Architektur. Wichtige Ausgrabungstätten kann man in Ardan, Bistritz, Coldau, Dumitrita, Săraţel besuchen und in Ciceu und Rodna stehen noch Ruinen alter Burgen. Insgesamt gibt es im Kreis 530 Denkmäler von nationaler Bedeutung davon die Holzkirchen in Sărata, Silivaşu de Câmpie, Spermezeu, Sălcuţa, Ţigău, Zagra und besonders sehenswert sind die evangelischen Kirchen in Herina, Dipsa und Teaca besonders. Bistritz wurde vor 800 Jahren von sächsischen Einwanderern gegründet und ist eine der bedeutendsten mittelalterlichen Städte Transylvaniens; sie verfügt auch heute noch über ein außerordentliches kulturelles Vermögen. Die evangelische Kirche ist das Wahrzeichen der Stadt, der Laubengang Unterm Kornmarkt, das Beuchel-Haus, das Silberschmiedhaus, der Fassbinderturm, die Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters, die Innenstadt sind Beispiele dafür. Bistritz ist die Kreishauptstadt und die Geburtstadt des 48-er Revolutionärs Andrei Mureşanu, der Autor der Nationalhymne Rumäniens. Die Stadt Năsăud ist in der Welt der Wissenschaftler wegen der 19 Akademiemitglieder, die sie hervorgebracht hat, als die Stadt der Akademiemitglieder bekannt; in Beclean können die Pferdeliebhaber ihrem Hobby nach Herzenslust nachgehen. Sângeorz-Băi ist ein im In- und Ausland bekannter Kurort wegen der heilenden Wirkung seiner Mineralwasser, die mit denen aus Karlovy Vary verglichen werden können. Liviu Rebreaun, der Autor der gesellschaftskritischen Romane „Ion“ und „ Pădurea spânzuraţilor“ (Der Wald der Gehenkten) wurde 1885 im Kreis Bistrita-Năsăud, in Târlişua geboren und der Dichter der Bauern, George Cosbuc kam in diesem Kreis 1886 in Hordou, heute George Cosbuc zur Welt. Im Tihuţa-Pass befindet sich der Hotelkomplex Dracula – eine Darstellung des Mythos des Grafen Dracula, wie er im Roman des irischen Schriftstellers Bram Stoker beschrieben wurde. Im Borgo Tal, in den Tälern des Someş und des Sieu bewahren die Bewohner auch heute noch ihre Traditionen und alten Bräuche und sind ein besonderer Anziehungspunkt für die Besucher unseres Kreises. Der Nationalpark „Muntii Rodnei“ ist eine der wichtigsten Reservate der Biosphäre Rumäniens. Im Laufe der Geschichte haben sich außer Rumänen auch Ungarn, Deutsche, Szekler, Armenier, Juden und andere Nationalitäten hier ansässig gemacht. So erklärt es sich, dass die Architektur im Kreis ein Mosaik von Stilarten ist, wie man sie heute noch an zivilen, religiösen und militärischen Bauten erkennen kann, wo verschiedene Kulturen und Zivilisationen eine einzigartige Mischung ergeben, wo Gotik und Neugotik sich mit Elementen der Renaissance, des Barocks und neubyzantinischen Elementen treffen. In diesem Sinne haben die sächsischen Siedlungen, die Bauern und Kaufleute, die nach Transylvanien gekommen sind und hier seit dem 12. Jahrhundert bis ins 20. Jahrhundert gelebt haben Spuren hinterlassen, die es zu entdecken gilt.
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